Malta – Dingli Cliffs und Westküste

Dingli Cliffs

Die Westküste mit den Dingli-Cliffs haben wir gleich am ersten Ferientag besucht. Obwohl landschaftlich sehr schön, gibt es nicht viele Fotos davon. Um es kurz zu machen: Das war nicht mein Tag… 🙁

Morgens Zeh verstaucht/blutig geschlagen, mittags Gummi-Augenmuschel der Kamera verloren, nachmittags Knie aufgeschürft, abends fast nicht mehr von den Steilklippen heruntergekommen vor dem Eindunkeln und als krönender Abschluss im Restaurant beim Nachtessen voll Karacho in eine (notabene geschlossene) Glastüre marschiert. Nein, das war nicht mein Tag, jener Tag…

Aber der Reihe nach: Unser Plan für den ersten Ferientag war: Morgens einkaufen, anschliessend Spaziergang in Valletta und im Laufe des Nachmittags Ausflug zu den Dingli Cliffs (zur schönsten Fotozeit während des Abendlichtes). Eigentlich ein perfekter Plan 🙂 . Eigentlich…

Da wir ja nicht im Hotel logierten, sondern in einer Wohnung, wollten wir den Morgen nutzen, ein bisschen Lebensmittel einzukaufen: Wasser, Früchte, Milch, Butter, Brot etc. Anschliessend haben wir dann, sozusagen zum Akklimatisieren und „Ankommen“, einen gemütlichen Spaziergang an Vallettas Waterfront unternommen. Dabei bin ich dann – mein Motiv fest im Blick – auf einer feuchten, glitschigen Stelle ausgerutscht und habe mir dabei an einer Treppenstufe den Fuss gestossen. Zuerst habe ich gar nicht viel gemerkt, aber im Laufe des Tages fing es immer mehr an zu schmerzen. Als ich mich dann abends endlich getraut habe, den Fuss anzuschauen, war der zweitkleinste Zeh links blutunterlaufen und dick geschwollen.

Die verlorene Gummi-Augenmuschel ein bisschen später war eigentlich nicht schlimm (sie war sowieso schon ziemlich verschlissen), aber ich ärgere mich bei solchen Sachen immer über mich selber, bzw. meine Unachtsamkeit; sie ist mir nämlich beim Herausnehmen der Kamera aus dem Rucksack irgendwie abgestreift worden und buchstäblich über die Klippe gesprungen.

So gegen 14:00 Uhr dann, immer noch planmässig, den Bus zu den Dingli Cliffs genommen. Ich hatte auf Wikilog eine relativ kurze, zweistündige Wanderung von den Dingli Cliffs zum Blue Grotto gefunden, zu der ich mir GPS-Daten aufs Handy geladen hatte. Start der Wanderung um ca. 15:00 Uhr, Dauer ca. 4 Stunden (aufgrund zahlreich vermuteter Fotostops). Das wäre bei einer Sonnenuntergangszeit von ca. 19:20 Uhr perfekt für viele stimmungsvolle Bilder gewesen. Leider sind dann ein paar Dinge schiefgelaufen. Erstens bin ich schon vor dem Start der Wanderung erneut hingefallen und habe mir dabei das rechte Knie aufgeschürft. Nichts Gravierendes, aber langsam hat mir meine Schusseligkeit zu denken gegeben. Zweitens entpuppte sich die heruntergeladene „Wanderung“ als wildes Querfeldein abseits von erkennbaren Pfaden und teilweise ziemlich dicht am Klippenrand, sodass man praktisch immer mit der Nase auf dem Handy-Bildschirm kleben musste, drittens war dadurch mein Handy-Akku überfordert, viertens war ich aufgrund meiner beiden Stürze nicht nur körperlich etwas handicapiert (v.a. der  Fuss tat bei jedem Schritt weh) sondern auch durch meine eigentlich sehr untypische Schusseligkeit ziemlich verunsichert. Dies alles führte dazu, dass wir viel mehr Zeit für die eigentlich läppischen 10 Kilometer benötigten als gedacht. Die letzte Stunde habe ich dann auch gar nicht mehr fotografiert, sondern wir sind nur mehr zügig (soweit es das zerklüftete Terrain überhaupt zuliess…) marschiert und haben dann trotzdem bei den Tempelanlagen von Hagar Qim abgebrochen und auf den Besuch des Blue Grotto verzichtet. Es ist ja nicht so, dass man dort einfach jederzeit wieder landeinwärts marschieren kann, wenn man Lust hat. Die Gegend ist durchzogen mit Kliffs, Felseinbrüchen, Steilwänden etc. (siehe auch das Titelbild zum Beitrag). Sich da im Dunkeln zurechtzufinden (mit leerem Handy-Akku) – nein, dazu hatten wir keine Lust. Ich war dann ganz schön erleichtert, als wir in der Dämmerung an der Haltestelle auf den Bus gewartet haben…

Noch hatte ich es aber nicht ganz überstanden: Später am Abend im Restaurant bin ich noch geistesabwesend in eine ausserordentlich sauber geputzte, aber leider geschlossene Glastüre marschiert. Resultat: Verbogenes Brillengestell und zwei kleine, kaum sichtbare Schwellungen über der Augenbraue und am Jochbein; die Glastüre hat es unbeschadet überstanden.

Zwei Dinge habe ich an jenem Tag gelernt bzw. mir wieder bewusst gemacht:

  1. Versuche nie, Deine Ferientage wie Arbeitstage perfekt durchzuplanen; es geht meistens schief. Und selbst wenn es nicht schief geht, verursacht es mehr Stress als Erholung.
  2. Es ist alles Ansichtssache. Ich dachte eigentlich, ich hätte ziemlich viel Pech gehabt an jenem Tag. Meine Frau jedoch ist der Ansicht, ich sei ein rechter Glückspilz gewesen. Anstatt eines verstauchtes Zehs hätte ich auch eine Gehirnerschütterung davontragen können. Anstatt der Augenmuschel hätte auch die ganze Kamera die Klippe hinunterfallen können. Anstatt ein verbogenes Brillengestell wären auch schlimme Schnittverletzungen durch die Glastüre möglich gewesen. Etc. etc.

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Malta - Valletta Einfahrt Grand Harbour

Dies ist zwar noch Valletta, genauer gesagt die Hafeneinfahrt mit dem gegenüberliegenden Fort Rikasoli. Es ist jedoch das Bild, das mich einen verstauchten Zeh gekosten hat… 😉

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Malta - Dingli Cliffs

Hier nun die Dingli Cliffs. Am oberen Bildrand erkennt man noch die Radarstation.

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Malta - Dingli Cliffs

Der Ausblick gegen Süden, in Richtung unserer Wanderung.

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Malta - Westküste

Felsenküste bei Ghar Lapsi. Dies war das letzte Foto, ab da sind wir nur noch tüchtig marschiert…

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