Züri-Fäscht

Letztes Wochenende war hier in Zürich „Züri-Fäscht“.  Dieses drei Nächte und zweieinhalb Tage dauernde Sommer-Fest findet in Zürich alle drei Jahre statt. Von Freitag nachmittag bis Sonntagnacht gibt es Darbietungen und Attraktionen, zwei grosse Feuerwerke und nicht zuletzt Spezialitäten und Delikatessen aus der ganzen Welt. Also (nicht nur) für Fotografen ein Paradies. Zur Verdeutlichung der Grössenordnung: Die Stadt Zürich hat knapp 400‘000 Einwohner, die ganze Schweiz rund 8‘000‘000 und das Züri-Fäscht besuchten dieses Jahr gemäss offiziellen Angaben rund 2‘300‘000 Personen…

Eigentlich war das Wochenende bereits verplant gewesen, aber dann hat sich doch noch die Möglichkeit ergeben, am Sonntagabend mit Fotoapparat und Stativ ein paar Eindrücke festzuhalten. Am Samstag wäre das aufgrund der Menschenmassen sowieso unmöglich gewesen, Sonntagabend war genug Platz für mein Dreibein.

Da die Bilder für den Verkauf auf ImagePoint.biz gedacht waren, wollte ich identifizierbare Personen auf den Bildern vermeiden. Bilder, mit denen evt. kommerzielle Werbung gemacht wird, benötigen entweder für alle auf dem Foto erkennbaren Personen einen sogenannten Model-Release („Einverständniserklärung“ der abgebildeten Person) oder eben gar keine erkennbaren Personen auf dem Bild. Nun lebt so ein Riesenfest natürlich vor allem auch durch die Stimmung und die Menschenmassen. Wie also die Stimmung rüberbringen, wenn man keine Personen abbilden darf? Nicht einfach, aber auch nicht unmöglich. Es gibt mehrere Möglichkeiten: Personen unscharf in der Bewegung abbilden, nur als Silhouette, von hinten oder ganz klein im Hintergrund. Einige dieser Varianten kann man auch bildbearbeitungstechnisch unterstützen, indem man z.B. einzelne Personen abdunkelt oder etwas verwischt.

Züri-Fäscht
Züri-Fäscht

 

Züri-Fäscht
Züri-Fäscht

Eine weitere Möglichkeit, Stimmung zu vermitteln ohne Menschen zu zeigen, bietet der Abend, bzw. die Nacht. Hier wird die Stimmung nicht durch Personen, sondern durch das Motiv erzeugt. Ein Riesenrad mit elektrischer Beleuchtung assoziert man automatisch mit Jubel, Trubel, Kindergeschreische und Feststimmung, selbst wenn keine einzige Person auf dem Bild zu sehen ist.

Züri-Fäscht
Züri-Fäscht

Besonders fasziniert hat mich dabei der Kontrast zwischen den altehrwürdigen Gebäuden und Kirchen, die sorgfältig und dezent ausgeleuchtet sind (Zürich hat dafür eigens einen sogenannten „Plan Lumière“) sowie den „respektlos“ dazwischen aufgestellten und schreiend bunten und glitzernden Rummelplatz-Attraktionen.

Züri-Fäscht
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