Pentax 645D: 90mm ED AW SR Macro – Teil 3

So, hier nun der dritte und letzte Teil meines kleinen Erfahrungsberichtes des Pentax HD D-FA 645 2.8 / 90mm ED AW SR Macro Objektives.

Makro

Für echte Makro-Fans leider eine schlechte Nachricht gleich zu Anfang. Das Pentax HD D-FA 645 2.8 / 90mm ED AW SR Macro kann nur bis zu einem Abbildungsmasstab von 1:2 darstellen. „Richtige“ Makroobjektive können normalerweise 1:1, d.h. das fotografierte Objekt ist auf dem Sensor gleich gross wie in Natura. Ehrlich gesagt bin ich nicht so der Makrospezialist, für mich ist ein Abbildungsmasstab von 1:2 eigentlich ausreichend.

 

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Autofokus

IMGP6564-2Noch ein Wort zum Autofokus. Der Single-AF ist ziemlich genau, aber subjektiv nicht der schnellste. Das Objektiv ist zwar innenfokussiert, aber ich denke, da müssen trotzdem eine Menge Glas und Metall bewegt werden. Wie bei Makro-Objektiven üblich, gibt es einen Schalter für die  Fokus-Begrenzung: Man kann wählen, ob die Scharfstellung nur im Nahbereich (ca. 40-60cm), nur im Fernbereich (60cm bis unendlich) oder über den ganzen Bereich erfolgen soll.

Der Nachführ-Autofokus (C-Mode) ist meiner Meinung nach komplett unbrauchbar. Das liegt allerdings nicht am Objektiv, sondern am Pentax-Autofokus generell. Mit allem, was sich schneller als eine Schnecke bewegt, ist der Nachführ-Autofokus überfordert. Mein Tip: Bei Bedarf manuell fokussieren; erstens gibt’s mehr scharfe Bilder und zweitens nervt man sich bei den unscharfen Ergebnissen wenigstens über sich selber und nicht über die Kamera…

Fazit

IMGP6899Aus meiner Sicht hat Pentax die Versprechen grösstenteils eingelöst. Allerdings würde ich das Objektiv trotz des Zusatzes „Macro“ im Namen nicht in erster Linie als Makro-Objektiv sehen (siehe dazu meine Bemerkungen oben im Abschnitt „Makro“), sondern eher als genialen Allrounder. Ein Objektiv, dass dem Begriff „eierlegende Wollmilchsau“ schon recht nahe kommt. Eine besondere Eignung sehe ich für den Portrait-Bereich, wo die hohe Lichtstärke, die selektive Schärfe, das angenehme Bokeh sowie der Bildstabilisator ihre Stärke voll ausspielen können. Die Schwächen wie lahmer Nachführ-Autofokus, Vignettierung bei Offenblende, nur 1:2 Abbildungsmasstab sind in diesem Bereich völlig vernachlässigbar.

Obwohl man Mittelformat gedanklich ja vor allem mit Fotografie ab Stativ verbindet, gerade wenn das Objektiv dazu noch relativ schwer und klobig ist. Natürlich kann und soll man auch mit diesem Objektiv vom Stativ aus fotografieren. Es wäre jedoch schade, dieses Objektiv darauf zu beschränken. Gerade Freihand kann man das Potential dieser Linse voll ausnutzen und hat erst noch eine Menge Spass dabei.

Wo Licht ist, ist natürlich auch Schatten. Wobei dieser Schatten eher systembedingt als dem Objektiv selber anzulasten ist. Die Kombination aus grossem Sensor (33 x 44 mm) mit 40 MP, hoher Lichtstärke und leichter Telebrennweite erfordert ein sehr genaues und überlegtes Arbeiten. Gerade die Auswahl des Fokuspunktes ist sehr wichtig. Jede kleine Abweichung, z.B. wenn man die Kamera nach dem Scharfstellen verschwenkt, resultiert sofort in Verlust der Bildqualität. „Point and shoot“-Mentalität ist nicht gefragt, wenn man optimale Qualität möchte.

IMGP7049

Damit wäre meine kleine Serie zum neuen Pentax HD D-FA 645 2.8 / 90mm ED AW SR Macro abgeschlossen. Habt Ihr Fragen dazu? Möchtet Ihr etwas Spezielles wissen? Schreibt einen Kommentar, ich werde mir Mühe geben, diesen ohne allzulange Wartefrist zu beantworten.

Zum Schluss noch ein Handyfoto von mir „bei der Arbeit“ 😉

Pentax 645D
Pentax 645D

 

 

 

 

 

 

 

 

Nachtrag: Für Pentax-Interessierte empfehle ich auch den Blog travel67 von Chris Willson, wo Ihr ebefalls einen kleinen Bericht zum neuen Pentax DFA 90mm Macro Objektiv findet.

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