Neapel

Im Februar war ich mit meiner Frau eine Woche in Neapel. Eine sehr interessante und faszinierende Stadt, allerdings habe ich zwei/drei Tage gebraucht, bis ich den herben Charme von Neapel schätzen gelernt habe. Wenn ich die von mir bereits besuchten italienischen Städte jeweils mit einem Wort/Satz beschreiben müsste, käme folgendes heraus (Achtung subjektiv!):

Mailand: Mondän
Venedig: Aus einer anderen Zeit/Welt
Rom: Atmet Geschichte
Florenz: Die Leichtigkeit des Seins
Neapel: Authentisch

Man muss aber klar sehen, dass die wirtschaftliche Situation in Neapel nicht rosig ist. Entsprechend ist dort die Armut stärker ausgeprägt und die Kriminalitätsrate höher als in Norditalien. Es ist für mich bisher auch die einzige europäische Stadt, wo ich mit meiner Kamera manchmal ein etwas mulmiges Gefühl hatte. Das Neapel ein Müllproblem hatte bzw. teilweise immer noch hat, dürfte ja bekannt sein.

In der Altstadt, dem Centro Storico ( das als UNESCO Weltkulturerbe gilt), hat man in den engen Gassen manchmal das Gefühl, sich in einem Fellini-Film zu befinden oder erwartet, dass sich Sophia Loren gleich aus einem Fenster im 4. Stock lehnt und einem spöttisch-herablassend mustert.

Neapel - Altstadt
Neapel – Altstadt
Neapel - Altstadt
Neapel – Altstadt

Es gibt auch eine wunderschöne, kilometerlange Uferpromenade mit Sicht auf den Vesuv. Auf der einen Seite das historische Castel dell’Ovo, auf der anderen Seite die Hotels und Cafés. Apropos Kaffee: In Neapel existieren ca. eine gefühlte Million Kaffee-Bars. Und in jeder, wirklich jeder erhält man für 90 Cent absolut göttlichen Espresso. Meistens aus einer mehrgruppigen Handhebel-maschine „La San Marco“.

Neapel - Vesuv
Neapel – Vesuv
Neapel - Castell dell'Ovo
Neapel – Castell dell’Ovo

Auch der Umgebung gibt es viel Sehenswertes: Capri, Ischia, Pompeji, Vesuv, Amalfi-Küste… Wir haben die kleinste der drei bekannten Inseln besucht: Procida. Ein äusserst malerischer Flecken, der auch schon mehrfach als Filmkulisse herhalten musste, z.B. für den Streifen „Il Postino“.

Neapel - Procida, Corricella
Neapel – Procida, Corricella
Neapel - Procida, Corricella
Neapel – Procida, Corricella
HNeapel - Procida
Neapel – Procida

Neapel - Procida, Corricella

Zum Fotografischen: Alle Aufnahmen enstanden mit der Pentax 645D und den Objektive 2.8/55mm, 2.8/90mm Macro und 2.8/150mm. Ansonsten hatte ich mein Stativ dabei sowie Pol-, Neutralgrau- und Grauverlaufsfilter. Den Neutralgraufilter habe ich v.a. eingesetzt, wenn ich die Meeresoberfläche etwas „weicher“ haben wollte. Das Stativ hatte ich nicht jeden Tag dabei, nur für die Abendaufnahmen war es natürlich unverzichtbar. Auch in der Altstadt kommt man ohne Stativ nicht zu befriedigenden Ergebnissen, wobei der Einsatz desselben in den engen Gassen mit viel Verkehr nicht ganz unproblematisch ist. Generell ist die Altstadt eine fotografische Herausforderung; nicht nur in bildgestalterischer Hinsicht, sondern auch technisch gesehen. Dunkle Häuserschluchten, heller Himmel und spiegelnde Fenster ergeben extreme Kontraste, die irgendwie gebändigt werden müssen. Grauverlauf-Filter funktionieren meistens nicht, da es häufig keinen konventionellen Horizont gibt, sondern der Himmel aus einem hellen vertikalen Spalt in der Mitte des Bildes besteht.

Zum Schluss noch ein paar Abendstimmungen:

Neapel - Castel Nuovo
Neapel – Castel Nuovo
Neapel
Neapel
Neapel - Galleria Umberto I
Neapel – Galleria Umberto I

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