Malta – Valletta und Umgebung

Dieser Beitrag wird etwas länger als die vorhergegangenen. Das liegt einfach daran, dass wir in Valletta unsere Unterkunft hatten und deshalb relativ häufig in der Stadt selber und den benachbarten Orten unterwegs waren. Es ist auch die Gegend, wo sich wohl am meisten Sehenswürdigkeiten auf engstem Raum konzentrieren, sodass man problemlos zwei Wochen alleine in und um Valletta herum verbringen könnte.

Valletta

Valletta selber liegt auf einer hügeligen Landzunge, die sich durch ihre Lage hervorragend befestigen liess und auch dem Hafen “Grand Harbour” guten Schutz bieten konnte. Vor allem die Kreuzritter waren geradezu besessen davon, Malta generell und Valletta im besonderen zur uneinnehmbaren Festung auszubauen. Dementsprechend gibt es massenweise Mauern, Türme, Festungen etc. Und da der Johanniterorden ja christlichen Ursprungs ist, gibt es fast genauso viele Kirchen und Kathedralen, nicht nur in Valletta, sondern in ganz Malta.

Tagsüber ist Valletta gut bevölkert mit Tagestouristen, jetzt im Frühling etwas weniger, aber im Sommer recht stark. Abends wird es dann ruhiger in den Gassen und man kann die atmosphärische Stimmung besser wahrnehmen. Man merkt, dass Valletta “am Stück” geplant wurde. Die Strassen sind im Schachbrettmuster lang und gerade angeordnet. Dabei geht es durchaus auch heftig bergauf bzw. -hinunter, teilweise auf langen Treppen. Hinter jeder Ecke und bei jeder Kreuzung bieten sich neue und überraschende Ausblicke. Allerdings sollte man nicht allzusehr vor sich hinträumen, denn die Innenstadt ist bis auf wenige Ausnahmen nicht autofrei und in den engen Strassen und Gassen kann es ziemlich eng werden.

Von den diversen Aussichtspunkten hat man spektakuläre Panoramablicke auf den Grand Harbour, Sliema im Norden und die Three Cities im Süden.

Obwohl die historische Stadt Valletta mehr oder weniger gebaut ist, sind uns doch einige Veränderungen gegenüber unserem letzten Besuch von 2009 aufgefallen. V.a. um den Stadteingang herum hat sich einiges getan, bzw. ist vieles im Bau. Sobald man durch das “Valletta City Gate” eingetreten ist, sieht man rechts ein hochmodernes Gebäude mit einer stark strukturierten Fassade, das irgendwie nicht so recht zum Rest der Stadt passen will: Das neue Parlamentsgebäude. Auch das “City Gate” selber wurde in einer modernen und fast abstrakten Art neu gestaltet inkl. zweier fast aegyptisch anmutender Treppen. Ein bekanntes Wahrzeichen vor den Toren der Stadt, der Triton Brunnen, ist zur Zeit teilweise abgebaut und hinter Baugittern und -planen versteckt. Der ganze Kreisel um den Brunnen, der früher den Busbahnhof beherbergte, wird aktuell zur einem grosszügigen Platz umgestaltet. Der Busbahnhof musste um eine bzw. zwei Ecken weichen, was aber der Übersichtlichkeit der verschiedenen Buslinien eher zugute gekommen ist. Ja, und die Busflotte selber wurde auch modernisiert. Die früheren, teilweise uralten Busse in der auffälligen gelb-roten “Postauto”-Lackierung wurden durch moderne Stadtbusse in weiss-grün ersetzt. Aus touristischer Sicht gesehen schade, aber wer als Pendler täglich mit dem Bus fährt, weiss den gewonnenen Komfort natürlich zu schätzen.

Malta - Valletta, Our Lady of Mount Carmel und St Paul's Pro-Cathedral

Die beiden Wahrzeichen von Valletta, die St. Pauls Co Cathedral (links) und die Karmeliterkirche mit der mächtigen Kuppel (rechts).

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Malta - Valletta Festungsmauer

Beeindruckend, die Dicke der mächtigen Festungsmauern. Alles Handarbeit…

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Malta - Senglea Waterfront

Morgenstimmung im Grand Harbour mit Sicht auf Senglea.

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Malta - Valletta Saluting Battery

Die “Saluting Battery” bei den Upper Barrakka Gardens. Links im Hintergrund der Hafen für die Superyachten, in der Bildmitte Senglea, rechts im Hintergrund der Industriehafen.

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Malta - Valletta Altstadt

In den Altstadtgassen.

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Malta - Valletta Karmeliterkirche

Die Karmeliterkirche von Südwesten aus gesehen.

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Malta - Valletta Altstadt

Morgenstimmung in Valletta

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Malta - Valletta Stadttor

Das neu gestaltete, moderne “Valletta City Gate”.

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Malta - Valletta Lift Upper Barrakka Garden

Der ebenfalls neue Lift von den Upper Barrakka Gardens hinunter zur Waterfront. Hinunter ist er gratis, hinauf kostet es einen Euro pro Person.

Malta - Valletta Waterfront

Ein stürmischer Morgen im Grand Harbour.

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Malta - Valletta Grand Harbour Costa Mediterranea

Lustiger- und zufälligerweise habe ich die Einfahrt der Costa Mediterranea erlebt, die ich schon letztes Jahr in Triest fotografiert habe.

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Malta - Valletta 2009

Hier noch zum Vergleich ein Foto der Befestigungsmauer von 2006. Damals noch ziemlich überwuchert, heute sauber geputzt (siehe zweites Bild oben).

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Malta - Valletta 2009

Und noch ein nostalgisches Bild von einem der alten Busse, die aktuell nicht mehr in Betrieb sind.

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Sliema

Sliema, gegenüber Valletta auf der nördlichen Seite der Bucht gelegen, repräsentiert das moderne Malta. Geschäfte, Büros, Restaurants, Hotels etc. finden sich dort in grosser Zahl. Entsprechend auch die Bautätigkeit; wo noch Platz ist, schiessen moderne Hochhäuser aus dem Boden. Man kann durchaus von einer kleinen Skyline sprechen, wenn man von Valletta aus Richtung Sliema blickt.

Malta - Sliema

Die Skyline von Sliema zur blauen Stunde, von Valletta aus gesehen.

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Malta - Sliema Hafen

Der Hafen von Sliema, von dem aus eine Fähre im 20 Minutentakt nach Valletta übersetzt. Links im Bild Sliema, rechts Valletta.

 

The Three Cities

Die Bezeichnung “The Three Cities” bezeichnet die Valletta südlich gegenüber liegenden drei Städte Vittoriosa, Senglea und Cospicua. Die jeweiligen Festungen waren ein wichtiger Bestandteil des Gesamt-Festungskonzeptes rund um den Grand Harbour. Während man von den Upper und Lower Barrakka Gardens in Valletta einen tollen Blick auf die drei Städte hat, ergeben sich umgekehrt von Vittoriosa oder Senglea aus neue Ansichten auf und von Valletta. The Three Cities sind mit dem Bus erreichbar, aber der schnellste und attraktivste Weg ist mit dem Lift von den Upper Barrakka Gardens hinab zur Waterfront und von dort mit der Fähre nach Vittoriosa. Ein Besuch lohnt sich in jedem Fall, das “Malta at War” Museum befindet sich dort, auch das Fort St. Angelo lässt sich besichtigen und beherbergt ein Museum. Auf dem Weg von der Fähr-Anlegestelle zum Fort St. Angelo spaziert man am Yachthafen vorbei. Wobei der Begriff “Yacht” den dort am Pier liegenden Schiffen kaum gerecht wird. Da ist mir mehr als einmal der Mund offen stehen geblieben beim Anblick all der protzigen Superyachten in der Grösse von Mini-Kreuzfahrtschiffen. Dreistellige Millionenbeträge (pro Boot!) scheinen mir im Einzelfall nicht zu hoch gegriffen…

Malta - Valletta Waterfront

Blick auf Valletta vom Fort St. Angelo in Vittoriosa aus. Links die Bögen der Upper Barrakka Gardens mit dem modernen Lift zur Waterfront hinunter.

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Malta - Senglea Waterfront

Die Waterfront von Senglea von Vittoriosa aus gesehen. Die mächtigen Bojen im Vordergrund dienen den Luxusjachten zur Befestigung der Leinen.

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Malta - Fassaden Erker

Nicht nur in Valletta, auch in Floriana (und anderswo) findet man die typischen und markanten Erker/Balkone an den Häuserfassaden.

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Malta - Senglea Waterfront

Senglea in der Morgenröte

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Floriana

Floriana hat auf uns trotz des sehr blumigen Namens eher weniger Anziehungskraft ausgeübt. Dies liegt wohl vor allem am Verkehr; der ganze private und öffentliche Verkehr von und zu Valletta muss durch Floriana. Strenggenommen liegt der Busbahnhof von Valletta eigentlich auf dem Gebiet von Floriana, soviel ich weiss (auch die “Valletta Waterfront” z.B. liegt zum Teil in Floriana). Entsprechend gibt es dort mehrspurige Zubringerstrassen, viel Verkehr und eigentlich immer irgendwelche Baustellen. Trotzdem, ganz reizlos ist Floriana nicht. Es gibt Gärten, Parks, historische Gebäude und die beeindruckende St. Publius Kirche. Das Problem ist halt, dass man meistens mit dem Auto bzw. dem Bus im wahrsten Sinne des Wortes nur durchfährt: Morgens hat man irgendein Ziel und “keine Zeit” und abends auf dem Heimweg ist man müde und hungrig und möchte möglichst schnell in die Unterkunft zurück. Falls wir wieder einmal auf Malta sind (meine Frau besteht darauf 🙂 ), werden wir Floriana aber hoffentlich einen eigenen (Halb-)Tag widmen.

Malta - Floriana St. Publius Kirche

St. Publius Kirche in Floriana, 5 Gehminuten vom Busterminal Valletta entfernt. Was für ein Gebäude die nicht mehr vorhandenen Säulen einmal getragen haben, ist mir nicht bekannt. Jedenfalls ist der St. Publius-Platz angeblich die grösste freie Fläche in Valletta und Umgebung und dient deshalb für alle Arten von Massenveranstaltungen, u.a. auch die diversen Papstbesuche.

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