Kleiner subjektiver Foto-Rucksack-Test – Nachtrag 1

“Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt”

Diese Erkenntnis könnte als Fazit meiner ersten drei Monate mit den beiden neuen Fotorucksäcken stehen.

Zur Erinnerung: Aus den fünf im Beitrag vom 1. Mai 2015 Kleiner subjektiver Foto-Rucksack-Test vorgestellten Foto-Rucksäcken habe ich schlussendlich drei behalten, zwei davon neu: Den LowePro Vertex 300 als Hauptrucksack mit massig Platz für die ganze Ausrüstung sowie den F-Stop Kenti für gelegentlichen Gebrauch wie Städtetrips oder Spaziergänge. Soweit zumindest meine ursprüngliche Idee.

In der Praxis hat sich gezeigt, dass ich sehr selten mit meinem kompletten Foto-Equipment unterwegs bin und der LowePro deshalb bisher meistens im Schrank geblieben ist. Der F-Stop Kenti hingegen hat sich bei mir klammheimlich zum Favoriten gemausert. Im rechten Fach die 645D mit einem aufgesetzten Objektiv (meistens das FA645 3.5/35mm), im linken das DFA645 2.8/90mm MACRO (mit einem Klett-Teiler zusätzlich fixiert) und im oberen Abteil mit Rollverschluss eine Jacke, ein Pullover, eine Wasserflasche, ein “Znüni” oder was auch immer. Filter, Ersatzakku und sonstiges Kleinzubehör kommen in die Fronttasche(n). Hin und wieder befestige ich noch eine kleine Gürteltasche am Hüftgurt, das schafft zusätzlich Platz für “Kleingemüse” im Schnellzugriff.

 

Kenti F-Stop Skizze schematisch
Kenti F-Stop Skizze schematisch
F-Stop Kenti
F-Stop Kenti – Fach mit 2.8/90mm MACRO
F-Stop Kenti
F-Stop Kenti – Fach mit Pentax 645D + 3.5/35mm
F-Stop Kenti
F-Stop Kenti – Deckelfach mit Jacke und Wasserflasche

 

Wie man sieht, wäre durchaus noch Platz für weitere Objektive vorhanden, aber dann würde das Ganze wieder schwer, unhandlich und umständlich im Gebrauch. Mit der “Light”-Ausrüstung lässt sich der Kenti sogar einigermassen bequem auf dem Fahrrad nutzen, was zur Folge hat, dass ich die Kamera jetzt auch hin und wieder auf dem Arbeitsweg dabeihabe. Die Fotos hier und hier sind auf diese Weise entstanden. Die Zugriffsmöglichkeit auf die beiden Hauptfächer, ohne den Rucksack absetzen zu müssen, ist gerade auf dem Fahrrad besonders nützlich.

F-Stop Kenti
F-Stop Kenti – Steht “wie eine Eins”…
F-Stop Kenti
F-Stop Kenti – mit offenem Rollverschluss
F-Stop Kenti
F-Stop Kenti – mit offenem Rollverschluss und   offenen Seitenklappen
F-Stop Kenti
F-Stop Kenti – mit offenen Seitenklappen
F-Stop Kenti
F-Stop Kenti – geschlossen

Das einzige, was mich im Moment wirklich stört, ist der schwierige Zugriff auf die flache Front-Reissverschlusstasche. Durch den L-förmigen Reissverschluss lässt sich die Deckellasche nur beschränkt umklappen. Dadurch ist der untere Teil des Faches nicht nur schwer zugänglich, sondern ebenso schwer einsehbar. Ein U-förmiger Reissverschluss würde hier Abhilfe schaffen. Ärgerlich ebenfalls, dass bei dem doch recht sportlichen Preis von über CHF 200.- keine Regenhülle und keine zusätzlichen Packriemen dabei sind, sondern separat gekauft werden müssten. Zum Glück passt die Regenhülle meines verflossenen Boblbee ziemlich gut und Packriemen habe ich sowieso bündelweise im Schrank.

F-Stop Kenti
F-Stop Kenti – offenes Frontfach
F-Stop Kenti
F-Stop Kenti – Frontfach maximal geöffnet
F-Stop Kenti
F-Stop Kenti – Frontfach von oben

 

Kurz und knackig:

Vorteile
-Kompakte Daypack-Grösse
-Schnellzugriff auf die beiden Hauptfächer, ohne den Rucksack abzusetzen
-Sieht nicht auf den ersten Blick nach Fotorucksack aus
-Bequem zu tragen
-Auch auf dem Fahrrad einigermassen bequem
-Steht auch voll beladen “wie eine Eins”

Nachteile
-Rückenpolster fördert trotz Luftkanälen Schwitzen
-Zugriff auf grosses Reissverschluss-Fach eingeschränkt
-Die Befestigung von Zusatzgepäck mittel Riemen behindert den Zugriff
-Keine Regenhülle standardmässig dabei

So, das wär’s in aller Kürze mit einem ersten Fazit vom F-Stop Kenti, der mich im täglichen Gebrauch positiv überrascht hat.

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4 Kommentare



  1. Hallo Enrico

    Ich bin zufällig über die Google Bildersuche auf dieses tolle Review gestossen.

    Ich habe nämlich kürzlich aus Gewichtsgründen mein System gewechselt und habe infolge dessen den für mich eh viel zu grossen F-Stop Tilopa verkauft.
    Nachdem ich dann meine kleinere Olympus OMD Ausrüstung hatte, musste ich ewig lange recherchieren, bis ich einen für dieses System passenden Rucksack gefunden habe. Meist sind sie halt für grosse Kameras zugeschnitten und der von Olympus war mir schlicht zu teuer. Ich wollte auch ein separates Fach, um etwas essbares und eine Jacke oder einen Pulli einpacken zu können. Das war wirklich nicht so einfach.
    Irgendwann habe ich auf Anibis.ch einen F-Stop Kenti gesichtet.
    Bei Profot ist er nicht mehr lieferbar. Genau sowas in der Art habe ich gesucht. Ich habe auch einige Testberichte gelesen. Einer ist zwar etwas anders ausgefallen als Ihrer, aber auch er als Biker war angetan vom Kenti, gerade weil er eben auf dem Bike sehr stabil am Rücken sitzt. Jedenfalls habe ich ihn dann gekauft und hatte auch mit dem Zustand Glück.

    Nun, dieser Tester hat geschrieben, dass er sich lange darüber geärgert hätte, weil er den Kenti immer absetzen müsse, um an die Seitenfächer zu gelangen. Sie schreiben, dass gerade der Schnellzugriff auf diese Fächer ohne ihn abzusetzen möglich ist. Ich habe es nun auch mal probiert. Ich habe 2 Möglichkeiten probiert. Die Eine wäre, man lockert etwas den Hüftgurt und rotiert den Rucksack nach vorne. Man muss halt dann irgendwie seitlich an die Fächer. Ist etwas umständlich und fummelig. Die andere Möglichkeit, man öffnet den Hüftgurt, legt den einen Schultergurt ab und schwingt den Rucksack nach vorne, jenachdem an welches Seitenfach man will. So kommt man jedenfalls gut von oben ans Fach und es fällt nichts heraus. Dies wäre etwas praktischer. Aber da man den Rucksack mit der einen Hand Stützen muss, hat man nur noch eine Hand frei um das Fach zu öffnen und das Equipment herauszunehmen bzw. zu verstauen. Zum Objektivwechsel ist das so denke ich kaum mehr machbar.

    Vielleicht hätten Sie diesbezüglich auch noch paar Tips.

    Freundlicher Gruss

    U. Andres

    Antworten

  2. Hallo Urs
    Ich mache es so wie bei Deiner zweiten Variante: Hüftgurt lösen, aus einem Träger schlüpfen, Rucksack nach vorne schwingen und Abteil öffnen, dass dann mit der Oeffnung nach oben vor einem liegt, Kamera rausnehmen und in einer Bewegung Rucksack wieder zurückschwingen und in den Träger schlüpfen. Liest sich komplizierter als es tatsächlich ist. Objektivwechsel ist allerdings etwas tricky, da hast recht; falls möglich, suche ich mir eine Fläche zum temp. Ablegen des Objektives.

    Antworten

    1. Hallo Enrico

      Das ist absolut richtig! Funktioniert prima. Vielen Dank für die schnelle Rückantwort und alles Gute

      Lg Urs

      Antworten

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