Iran – Reisetagebuch, Tag 10+11, Isfahan

Isfahan

Drei Nächte, bzw. zwei volle Tage waren wir in Isfahan. Eine faszinierende Stadt mit vielen Sehenswürdigkeiten. Moscheen, Museen, Gärten, Parks und wunderschönen Brücken über den Fluss. Wobei „Fluss“ etwas irreführend ist, denn Wasser war weit und breit keines zu sehen. Gem. Auskunft unserer iranischen Reiseleitung führt der Fluss nur noch selten Wasser; entsprechend spriesste die Vegetation im Flussbett dicht und teilweise meterhoch. Ich konnte nicht herausfinden, ob die Wasserknappheit ein Problem in Isfahan ist, aber ein gutes Zeichen ist es sicher nicht. Auch auf den Bildern sieht eine Brücke ohne Wasser etwas „verloren“ aus. Vorteil allerdings: Man kann mitten ins Flussbett marschieren und das Bauwerk frontal fotografieren.

Vor allem abends mit Beleuchtung herrscht eine zauberhafte Stimmung wie in Tausend und einer Nacht. Auch die Einheimischen nutzen das Flussufer und die Brücken zum Flanieren, Promenieren und Picknicken. Die Iraner scheinen generell das Picknick zu lieben. Mittags aber v.a. abends sind die Parks und Grünstreifen am Strassenrand voll mit essenden, schwatzenden und lachenden iranischen Familien.

Wenn wir mit dem Bus unterwegs sind und mittags in einem Park unser Picknick auspacken, kommt es nicht selten vor, dass von einer iranischen Familie in der Nähe jemand zu uns herüber kommt und uns einen Happen anbietet. Das ist per se schon sehr gastfreundlich, aber bei einer Gruppe von 30 Leuten noch erstaunlicher. Auch als wir die Lehmburg besichtigten, stand bei der Rückkehr eine ältere Frau vor dem Bus mit einer Schale voller saftiger Pfirsiche, die Sie uns anbot, einfach so! Natürlich kenne ich die eiserne Grundregel aller Weltenbummler „cook it, peel it, boil it or forget it“, aber so eine Geste kann man nicht zurückweisen.

Ihr entschuldigt, wenn ich die folgenden Bilder im Moment nicht genau zuordnen kann. Wir haben in Isfahan so viele Orte besucht, dass mich mein Gedächtnis (das auch nicht mehr das jüngste ist…) etwas im Stich lässt. Zuhause werde ich dann in Ruhe alle Bilder richtig Ordnen und Verschlagworten.

Apropos Bilder: Wir haben auch die Werkstatt eine sogenannten Miniaturisten besucht. Das ist ein Kunsthandwerker, der kleine, feine, unglaublich detaillierte Malereien erstellt. Mit Pinseln, die teilweise nur ein Haar haben! Da ich selber früher auch Aquarelle gemalt habe, hat mich das sehr interessiert und ich war äusserst beeindruckt: Kunsthandwerk in Vollendung! V.a. ein Bild, bei dem der leuchtend gelbgoldene Hintergrund mit Saffran gemalt war, hat mich magisch angezogen. So nah an einem Kauf eines Andenkens war ich schon lange nicht mehr – und ehrlich gesagt, bereue ich es jetzt im Nachhinein ein bisschen, meinem Verlangen nicht nachgegeben zu haben… Zuerst wollte ich wenigstens ein Foto des Gemäldes machen, fand es dann aber irgendwie nicht recht und habe es gelassen.

Ach ja, noch ein Nachtrag betr. Stativ. Vor ein paar Tagen hatte ich ja erfreut geschrieben, dass die Mitnahme eines Statives im Iran kein Problem sei. Offenbar ist das aber in Isfahan nicht so: Da bin ich jeweils vom Personal manchmal freundlich, manchmal barsch darauf hingewiesen worden, dass Stative verboten seien, selbst wenn am Eingang ein entsprechendes Verbotsschild fehlte. Ich habe mir dann damit beholfen, die Kamera auf den Boden, das Geländer oder eine Vitrine zu stellen –  meinen „GreenPod“ hatte ich natürlich prompt wieder vergessen einzupacken… 🙁

Eingangsportal einer Moschee. Diese filigrane Ornamentik in Verbindung mit Monumentalbauten fasziniert mich immer wieder und ich kann gar nicht genug Bilder davon machen.

Decke eines Musikzimmers. Die Aussparungen sollen die Akustik verbessern.

Der Miniaturist in seine Werkstatt.

Morgenstimmung.

Gebetsraum einer Moschee.

Ein Mann zeigt uns ein angeblich hundertjähriges Foto, dass in seiner Familie weitervererbt wird und das er immer auf sich trägt.

Der Mittelteil einer Brücke abends mit Beleuchtung, vom Flussbett aus fotografiert (ebenso wie das Titelbild dieses Beitrags).

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